CRFF124 – Guerillas Band 2

Guerillas Band 2Bewertung 9 von 10
Der zweite Teil von Guerillas schließt nahtlos an den ersten an. Zwar ist es grundsätzlich möglich den zweiten auch ohne Kenntnis des ersten Bandes zu lesen, aber man würde sich eine Menge des Vergnügens verderben. Hinzukommt, dass dann einige Handlungsstränge vermutlich eher wunderlich, abstrakt oder weit hergeholt wirken würden. Ansonsten ist es eine reizvolle Geschichte mit vielen Facetten, wenn man sich auf sie einlässt. Sie ist etwas seltsam und verschroben, mit einem Naziwissenschaftler, einem Pavian, der besonders gefährlichen und intelligenten Art, und Schimpansen als Kampfmaschinen. Natürlich ist es nicht nur platte Aktion, denn der philosophische Ansatz, z.B. über die wahre Natur des Menschen, macht den besonderen Charme aus. Aber auch der Witz, den dieses Buch an der einen oder anderen Stelle versprüht und den man manchmal nicht vermutet hätte, sprechen für das Buch.
Einen besonderen Reiz hat auch die Erzählstruktur, die zwischen der persönlichen Gedankenwelt von Francis Clayton und den ihn verfolgenden Platoon wechselt. Es ist dieser innere Monolog des Private, der mitten im Krieg anfängt über den Krieg selbst zu reflektiert und dabei entdeckt, dass die als kalt und gefühllos eingestuften „Kriegerschimpansen“, ein doch viel feinfühligeres Wesen haben als geahnt. Das steht dann im krassen Gegensatz zu der Brutalität mit der sie ihr antrainiertes und gelerntes Kriegshandwerk ausüben. Das soziale Gefüge in der Gruppe der Schimpansen ist dichter ist als vermutet und andererseits, sind die „humanen“ Menschen dann doch nicht so human. Die Geschichte selbst ist packend erzählt, lasst keine lange Weile aufkommen und kommt in unterschiedlichen Tempi daher. Von ruhigen und reflektierten Momenten, zu jeder Menge Aktion. Es ist eine Geschichte die scheinbar ohne großen Tiefgang daherkommt und doch an der einen oder anderen Stellen mehr zu bieten hat, als es ein flüchtiger Blick vermuten lässt. Im zweiten Teil wird klar, dass nicht nur die Schimpansen etwas verbindet, sondern auch eine Beziehung zum Pavian Adolf besteht, denn auch aus diesem Blickwinkel gibt es noch einige Überraschungen.
Das Artwork ist in seine Einfachheit beeindrucken, es ist durchgängig schwarz / weiß, wobei allenfalls mit wenigen Graustufen gearbeitet wird. Geschickt führt Revel den Betrachter durch den Jungle und man fragt sich unwillkürlich, wie eine scheinbar so einfache Illustration, eine so bedrücken und beklemmende Atmosphäre schaffen kann. Er hat einen ganz eigenen und schönen Stil, in dem tatsächlich noch viel Handarbeit steckt, was dann auch die lange Produktionszeit erklärt. Aber gerade die Lieb zum Detail und die Tatsache, dass es kaum Darstellungen gibt, bei denen man das Gefühl hat, da stimmt etwas anatomisch aber nicht so ganz, macht die lange Wartezeit auf jeden Fall weg.
Das Buch erscheint auf Deutsch im All Verlag, kommt mit einem schönen Schutzumschlag daher, die Illustrationen sind auf schönem dickem Papier gedruckt und kommen so perfekt zur Geltung. So macht Schmökern Spaß, denn das Artwork kommt in sattem schwarz und grau daher, was den positiven Eindruck abrundet. Natürlich will man am Ende wissen wie es weitergeht, bleibt zu hoffen, dass der nächste und letzte Band der Reihe bald erscheinen wird, an dem Revel im Moment noch arbeitet.
Wer mehr von Braham Revel lesen möchte sei auf die 2013/14 erschienene 5 teilige Mini-Serie für Marvel Knights: X-MEN verwiesen, die er wie Guerillas geschrieben und gezeichnet hat.

Viel Spaß beim Hören der Besprechung zu “Guerillas Band 2” von Brahma Revel.

Guerillas Band 2
Autor: Brahm Revel
Zeichner: Brahm Revel
Hardcover: 161 Seiten s/w
Preis: 15,80 EUR
Verlag: All Verlag

Link Tipps:

CRFF060 – Guerillas Band 1
CRFF097 – Die sechste Waffe 1 – Kalte tote Finger

das Interview mit Brahm Revel
der Blog von Brahm Revel

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