CRFF250 – Der Krieg der Welten

Der Krieg der WeltenBewertung 8 von 10

Kann ein Buch das bereits 1898 erstmalig erschienen ist auch heute noch überzeuge? Kann es, wenn die Adaption so gelungen ist wie die vorliegende des Romanes „Der Krieg der Welten“ von H. G. Wells, neu interpretiert und illustriert von Thilo Krapp.
Die Geschichte aus der Feder von Wells kennt vermutlich fast jeder oder zumindest die legendäre Hörspielfassung aus dem Jahre 1938, die eine ganze Nation in Angst und Schrecken versetzt hat. Auf der Erde landen Außerirdische, Marsianer, die sofort die Existenz der Menschheit bedrohen. Die Menschheit bäumt sich auf, allen voran natürlich das Britische Empire, doch es sieht nicht gut aus. Es hat den Anschein als würde man mit Kieselsteinen auf Dinosaurier schießen, um sie tödlich zu verwunden und die Zivilisation wie wir sie kennen, dem Untergang geweiht sein. Krapp gibt dem Erzähler, anders als Buch selbst, einen Namen. Robert der Beobachter der durch die Szenen, die Handlung, als Spielball ohne eigenen Willen geschleudert wird, analysiert und bewerten die Geschehnisse und versucht sich in all dem Chaos etwas an Menschlichkeit zu bewahren.
Trotz der Tatsache, dass man den Plot kennt, bringt die neue, leicht persönliche, Sichtweise durch die Augen von Robert wieder Spannung in die Handlung. Da ist neben bekannten, dann eben doch noch Drama oder der Kampf der Menschlichkeit. Gerade was letzteres angehet, werden die Absicht von Wells dadurch deutlich in den Vordergrund gespielt, Kolonialpolitik mag heute nicht mehr das große Thema zu sein, aber der Größenwahn einzelner Nationen ist es schon.
Monochromatisch, in Grauschattierungen umgesetzt, ein Artwork das an eine Mischung aus Bleichstift- & Kohlezeichnung erinnert. Sehr ausdrucksstark und voller Details, das Flair der Kolonialzeit einfangend. Der Autor und Zeichner Thilo Krapp legt viel Wert auf die Details, sei es nun die Kleidung dieser Epoche oder die architektonische Besonderheiten dieser Zeit, all dies läßt den Leser in die Zeit und dieses Buch versinken.
Ein Buch das auf den ersten Blick wie ein Anachronismus wirkt, ein Science-Fiction-Literatur publziert vor vorletzten Jahrtausendwende und doch hat nichts von seiner Zugkraft verloren, vielleicht gerade weil viele Fragen offen bleiben und die Anspielungen auch heute noch eine Spiegel unserer Kultur sind. Ein Buch, nicht ganz billig, aber schön aufbereitet und wundervoll zu lesen, mit ausdruckstraken Bildern, die den Leser faszinieren und begeistern. Ein schöber Bonusteil mit umfangreichen Skizzen und einer Mini-Biografie runden den positiven Gesamteindruck ab.

Viel Spaß beim Hören der Besprechung zu “Der Krieg der Welten“.

Helge Vogt: Autor und Zeichner von Alisik ihr findet ihn auf seinem Blog Trickwelt, sowie bei Twitter, Instagram, Facebook, & YouTube

Der Krieg der Welten
Autor: Thilo Krapp
Zeichner: Thilo Krapp
Farben: –
gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Preis: ab 28,00 EUR
Verlag: Egmont Graphic Novel

Link Tipps
Der Krieg der Welten“ Erste Kinderzeichnungen am Radio im Wohnzimmer
Thilo Krapp im Gespräch mit Andrea Gerk deutschlandradiokultur
Thilo Krapp website
Dem Radio auf der Spur KiRaKa MP3
Krieg der Welten Hörspiel YouTube

Das Buch zum Podcast auf Amazon:

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6 Kommentare

  1. Crackajack Jackson

    Um den „Krieg der Welten “ bin ich bis jetzt drum rum gekommen.
    Der Stoff ist irgendwie doch schon ein bisschen zu alt.
    Übrigens zähle ich mich auch zu den Deutschlandfunk Bekennern.
    Meistens höre ich Samstags Abends um acht das Hörspiel.
    Da waren schon viele gute Sachen dabei.

    Danach geht es dann in die Disco.

    • Benni Goodman

      Daniel, Helge – er hat „Deutschlandfunk“ gesagt. Ist er euch jetzt nicht nen Comic schuldig? 😉

      • Daniel

        Genau!

  2. Benni Goodman

    Danke für die ausführliche Besprechung und Eure Diskussion um dieses Werk. Hab das Buch nie gelesen, aber ich glaube das Comic hole ich mir bei Gelegenheit. Hat Lust auf mehr gemacht Euer Podcast.

  3. Crackajack Jackson

    In den Kommentaren zählt das nicht. 🙂

    • Daniel

      Die Regeln machen ja immer noch wir 😉

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