CRFF147 – The Wake

The WakeBewertung 10 von 10

Es gibt wohl wenige Autoren sie so breit aufgestellt sind wie Scott Snyder und in dem er seinem Repertoire „The Wake“ hinzufügt, beweist er dies aufs neue. Völlig anderes als etwa die „Swamp Thing“, „Batman“ oder „American Vampire“ ist dieses Buch, aber eben auch nicht weniger faszinierend. Nicht umsonst hat gerade dieses Buch 2014 den Eisner Award für die „Beste Miniserie“ erhalten.
Selbst wenn man der Geschichte unterstellt, sie habe viele bekannte Elemente von Moby Dick bis Waterworld, ist das Gesamtwerk doch eine überzeugende Miniserie mit einem dichten spannenden Plot und vielen Facetten. In diesem Buch finden sich alle 10 Hefte dieser Geschichte vereint, die Quer durch die Zeit, mal über und mal unter Wasser spielt und auf subtile Weise die menschlichte Natur beleuchtet. Immer geht es um eine, sehr realistisch in Szene gesetzte, Gefahr aus der Urzeit, die die Menschheit mit ihrer Auslöschung bedroht. Kunstvoll wird hier eine Geschichte erzählt, die den Leser innerhalb weniger Seiten in den Bann schlägt und nicht mehr loslässt. Was die Handlung so interessant macht, ist gerade diese verbindenden Element, rund um die Meeresbiologin Dr. Lee Archer, die durch die Zeit hindurch, ein Spiel von Aktion und Reaktion, mit einem überraschenden Handlungsverlauf nimmt. Verkürzt gesagt geht es um die Frage, könnte die Menschheit zufrieden und harmonisch miteinander leben oder was treibt uns als denkendes Wesen an, überschattet von einer die Menschheit potentiell auslöschenden Katastrophe. Dabei bedient sich Snyder Katastrophen- oder Endzeitszenarien, die sich in verschiedenen Kulturkreis und deren Mythen ähneln.
Nicht weniger wichtig ist der Anteil von Sean Murphy, der als Illustrator über die Zeit einen sehr markanten und typischen Stil für sich entwickelt hat, der sich von der breiten Masse abhebt und ihn unverwechselbar macht. Seine Figuren und Hintergründe wirken alles andere als steril oder gerendert, sehen sie doch aus, als wäre sie per Hand gezeichnet und das macht sie so fesselnd. Die Figuren habe, wie die Charaktere des Buches selbst, Ecken und Kanten, Schatten und Konturen werden durch Schraffuren erzeugt, die dem ganzen einen etwas rustikaleren, aber durchaus reizvollen Look geben. Wer mehr von Murphy sehen will, dem sei „Punk Rock Jesus“ oder die neuste Serie von Mark Millar „Chrononauts“ empfohlen.
Abgerundet wird das Artwork nur noch durch die sehr stimmige Kolorierung von Matt Hollingsworth, wobei die Farben zurückhaltend eingesetzt werden und das Artwork nicht überstrahlen.
Ein absolut lohnendes Buch, zeigt es doch welche Stärken das Medium Comic hat und warum es, in Punkto Spannung, mit jedem Action Blockbuster mithalten kann.

Viel Spaß mit der Podcast-Besprechung zu „The Wake“.

The Wake
Autor: Scott Snyder
Zeichner: Sean Murphy
Farbe: Matt Hollingsworth
Hardcover: 228 Seiten, farbig
Preis: 24,99 EUR
Verlag: Panini Comics

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The Wake

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2 Kommentare

  1. Laszlo

    Ich weiß nicht warum, aber ich habe von The Wake mehr erwartet. Die erste Hälfte gefällt mir besser als die zweite und das Ende hätte ein paar Seiten mehr verdient. Von mir gibt es 7 von 10 Punkten. Wie sieht es mit einer Besprechung zu Severed aus? Das hat mir – obwohl das Rad nicht neu erfunden wurde – noch besser gefallen. Viele Grüße von einem neuen Leser (und Hörer) eurer Seite. 🙂

    • Daniel

      Stimmt, trotzdem fand ich es ein rundes Buch. Auch bei Romanen habe ich, egal ob kurz oder lang, oft das Gefühl am Ende wird immer etwas „auf die Tube gedrückt“. Aber dieses Buch lebt eben auch vom Artwork und das ist schon ziemlich gut.

      Severed hab ich schon immer mal auf meiner List, es aber bisher noch nicht gelesen, könnte aber demächst mal kommen.

      Danke für dein Feedback und Hallo und Herzlich willkommen 😉

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