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„Worrywart“: Jenn Woodall veröffentlicht ihre neue Graphic Novel als Zines

Jenn Woodall serialisiert ihre neue autobiografisch geprägte Graphic Novel „Worrywart“ kapitelweise als Zines und verschickt sie über Patreon an ihre Unterstützer.

„Worrywart“: Jenn Woodall veröffentlicht ihre neue Graphic Novel als Zines
Bild Jenn Woodall © Jenn Woodall Bildquelle ↗

Jenn Woodall zerlegt ihre neue Graphic Novel bewusst in kleine Stücke: Statt jahrelang im Stillen an einem langen Buch zu arbeiten, veröffentlicht die kanadische Cartoonistin Worrywart Kapitel für Kapitel als eigenständige Zines. Unterstützerinnen und Unterstützer erhalten die einzelnen Abschnitte über ihren Patreon – später sollen sie zu einer vollständigen Graphic Novel zusammenwachsen.

Wer Jenn Woodalls Arbeiten noch nicht kennt, findet auf ihrer offiziellen Website einen guten Einstieg in ihr Werk. Dort bündelt sie ihre Comics, Illustrationen und weitere Projekte – und zeigt sehr schön die Mischung aus klarer Bildsprache, DIY-Ästhetik und persönlichem Erzählen, die auch Worrywart prägt.

Die Idee reicht deutlich weiter zurück. Bereits 2014 entwickelte Woodall für das Torontoer Kollektiv Friendship Edition eine kurze Geschichte über Marie und den Worrywart: eine kleine rote, ständig warnende Figur, die Ängste und Katastrophengedanken verkörpert. Daraus entstand 2015 das Zine Marie and the Worrywart, das später auch von Silver Sprocket veröffentlicht wurde. Für die neue Graphic Novel rückt Woodall stärker sich selbst ins Zentrum.

Wer den Ursprung des Projekts selbst lesen möchte: Die frühe Geschichte Marie and Worrywart ist bei Silver Sprocket weiterhin als digitaler Download erhältlich. Damit lässt sich direkt nachvollziehen, wie Woodall die Figur ursprünglich angelegt hat und wie sich die Idee bis zum heutigen Worrywart-Projekt weiterentwickelt hat. Marie and Worrywart bei Silver Sprocket herunterladen.

Spannend ist vor allem die Veröffentlichungsform. Woodall erzählt im neuen Interview mit The Beat, dass sie jedes Kapitel wie ein eigenes kleines Zine behandelt. So wird aus einem einschüchternden Langzeitprojekt eine Serie überschaubarer Etappen. Gleichzeitig bekommen Leser das Werk bereits während seiner Entstehung physisch in die Hand – ein Modell irgendwo zwischen klassischer Comic-Serialisierung, Zine-Kultur und Patreon-Mitgliedschaft.

Comics als visuelle Sprache für schwer greifbare Gefühle

Worrywart beschäftigt sich mit Sorge, inneren Gedankenschleifen und der Frage, wie solche Erfahrungen sichtbar gemacht werden können. Woodall nutzt dafür nicht nur die rote Worrywart-Figur, sondern experimentiert mit Seitenaufbau, Panelgrößen und visuellen Rhythmen. Je nachdem, ob eine Szene Enge, Isolation oder Panik vermitteln soll, verändert sich auch die Form der Seite.

Dass der Worrywart wie ein formbarer kleiner Schleim aussieht, ist kein Zufall: Woodall nennt die Slimes aus Dragon Quest als ursprüngliche Inspiration. Gerade weil die Figur ihre Größe und Form verändern kann, eignet sie sich als visuelle Verkörperung einer Sorge, die mal im Hintergrund sitzt und mal den gesamten Raum einzunehmen scheint.

Zine-Kultur als Teil des Projekts

Woodalls Nähe zu Zines ist kein Marketing-Kniff. Sie kam über Veranstaltungen wie TCAF und Canzine zur Szene und beschreibt die unmittelbare, günstige und oft improvisierte Produktionsweise als wichtigen Teil ihrer eigenen Comicbiografie. Die Kapitel von Worrywart als Zines zu veröffentlichen, knüpft deshalb direkt an diese DIY-Tradition an.

Das erste Kapitel ist seit Ende Juli über Woodalls Patreon verfügbar. Einen festen Veröffentlichungstermin für die komplette Graphic Novel gibt es noch nicht. Woodall spricht davon, dass das fertige Buch erst in einigen Jahren erscheinen könnte. Gerade deshalb ist die laufende Zine-Serialisierung interessant: Leser verfolgen hier nicht nur eine Geschichte, sondern auch den Entstehungsprozess eines längeren autobiografischen Comics.

Extras & Trivia

  • Die erste Worrywart-Kurzgeschichte entstand bereits 2014.
  • „Marie“ ist Woodalls zweiter Vorname – die ursprüngliche Figur war also schon damals eine Art Stellvertreterin der Autorin.
  • Die Gestaltung des Worrywart wurde von den Slime-Figuren aus Dragon Quest inspiriert.
  • Woodall ist auch durch Magical Beatdown und die kanadische Anthologie Pulping bekannt.
  • Jedes neue Kapitel soll zunächst als eigenständiges Zine funktionieren, bevor daraus später ein Gesamtband wird.

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Das vollständige Cover

Oben wird das Motiv als breiter Ausschnitt gezeigt. Hier siehst du das Cover noch einmal vollständig und unbeschnitten.

Jenn Woodall © Jenn Woodall Bildquelle ↗
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