Novvel.co: Kann KI aus Romanen schneller Graphic Novels machen?
Das Start-up aus Singapur setzt auf KI-gestützte Adaptionen mit menschlicher Nachbearbeitung. Die versprochenen Einsparungen sind bislang Unternehmensangaben.

Wie viel menschliche Arbeit steckt in einem Comic, wenn ein Teil der visuellen Umsetzung automatisiert wird? Das Singapurer Start-up Novvel.co bietet eine Plattform an, die Prosatexte mithilfe generativer KI in Graphic Novels überführen soll. Im Interview mit Publishers Weekly beschreibt Mitgründerin Anumeha Bisaria ein Modell, das nicht bei der automatischen Bilderzeugung endet.
Nach dem Hochladen eines Manuskripts analysiert das System unter anderem Handlung, Figuren und emotionale Wendepunkte und erzeugt daraus ein Storyboard. Dieses soll laut Unternehmen bereits rund 60 bis 70 Prozent eines fertigen Produkts abbilden. Anschließend arbeiten Autor, Redaktion und Illustration weiter daran. Novvel.co behauptet, damit Produktionszeit und Kosten um etwa 50 bis 70 Prozent senken zu können. Unabhängig überprüfte Vergleichsdaten liegen in der genannten Berichterstattung nicht vor.
Als erstes gedrucktes Projekt nennt das Unternehmen eine Anthologie mit Erzählungen von O. Henry, darunter The Last Leaf. Spannend ist weniger das Versprechen einer schnellen Comicfabrik als die Frage nach Gestaltung, Urheberschaft und fairer Vergütung: Wer bestimmt Panelrhythmus und Bildsprache, und wie sichtbar bleiben die Menschen, die den Comic tatsächlich formen?
Extra & Trivia
- Adaption statt bloßer Illustration: Ein Roman muss für Comics in Szenen, Panels und visuelle Übergänge übersetzt werden – die eigentliche erzählerische Arbeit verschwindet nicht.
- Erstes Beispiel: Novvel.co nennt O.-Henry-Geschichten und unterschiedliche kulturelle Neuinterpretationen von The Gift of the Magi.
- Wichtige Einordnung: Die Einsparungen stammen aus Aussagen des Start-ups; sie sind keine unabhängige Branchenmessung. Auch Rechts- und Vergütungsfragen hängen vom konkreten Produktionsmodell ab.
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