„La Mancha“ macht aus Don Quixote einen Horrorstoff – Dulcinea schlägt zurück
Mad Cave Studios macht aus Don Quixote eine sechsteilige Horrorserie und rückt Dulcinea ins Zentrum. Christopher Sebela und Ibrahim Moustafa erzählen von einer jungen Frau, die gegen den Mann aufbrechen muss, der sie zur Figur seiner eigenen Wahnvorstellung gemacht hat.

Was, wenn Don Quixote nicht der liebenswerte Fantast wäre, als den wir ihn oft erinnern – sondern ein gefährlicher Mann, der seine eigene Legende für Wirklichkeit hält? Genau dort setzt Mad Cave Studios mit La Mancha an. Die sechsteilige Horrorserie von Autor Christopher Sebela und Zeichner Ibrahim Moustafa nimmt Miguel de Cervantes’ Klassiker auseinander und verschiebt den Blick auf eine Figur, die im Original vor allem Projektionsfläche ist: Dulcinea del Toboso.
Quixote zieht mit Sancho Panza durch La Mancha, kämpft gegen vermeintliche Feinde und hinterlässt in dieser Version eine blutige Spur. Dulcinea ist dagegen keine entrückte Traumfrau, sondern eine junge Bäuerin, die versucht, den Hof ihrer Familie am Leben zu halten. Als ein Fremder ihren Namen zur Grundlage seiner Wahnvorstellungen macht, muss sie selbst aufbrechen, um ihn zu stoppen – und die Kontrolle über ihre eigene Geschichte zurückzugewinnen.
Don Quixote aus Dulcineas Perspektive
Gerade dieser Perspektivwechsel macht La Mancha interessanter als eine weitere düstere Literaturadaption. Cervantes’ Dulcinea ist wesentlich eine Erfindung Quixotes: Aus Aldonza Lorenzo wird in seiner Vorstellung die ideale Dame, der er seine Abenteuer widmet. Sebela und Moustafa drehen dieses Verhältnis um. Ihre Dulcinea bekommt Handlungsmacht und muss sich gegen einen Mann wehren, der sie ungefragt zur Figur seiner persönlichen Heldenerzählung gemacht hat. Mad Cave beschreibt die Serie entsprechend als brutale, schwarzhumorige Geschichte über Obsession, Identität und die Gefahr, an die eigene Legende zu glauben.
Wiedersehen nach „High Crimes“
Auch das Kreativteam ist bemerkenswert. Für Ibrahim Moustafa ist La Mancha die erste Arbeit bei Mad Cave und zugleich die erste erneute Zusammenarbeit mit Christopher Sebela seit dem gemeinsamen Krimi High Crimes. Sebela ist unter anderem durch Crowded bekannt; Moustafa arbeitete an Titeln wie RetroActive und Mother Panic: Gotham A.D.. Brad Simpson übernimmt die Farben, Joe Sabino das Lettering.
La Mancha #1 umfasst 32 Seiten, richtet sich laut Verlag an Leser:innen ab Teenageralter und erscheint am 16. Dezember 2026. Der reguläre US-Preis liegt bei 4,99 Dollar; der Final Order Cutoff ist am 23. November. Neben dem Hauptcover von Ibrahim Moustafa gibt es Varianten von Jacob Phillips, Phil Hester und Francesco Francavilla.
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Das vollständige Cover
Oben wird das Motiv als breiter Ausschnitt gezeigt. Hier siehst du das Cover noch einmal vollständig und unbeschnitten.
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