Podcast Episode 139 3. Juni 2026 2 Kommentare

Hunting Down Comics #139

Helge und Daniel sind zurück – und natürlich bleibt es nicht bei einer einfachen Comicbesprechung. Diesmal geht es von Jugendbüchern und der Frage, ob wir eigentlich noch richtig lesen, über verstörenden Body-Horror bis zu einem fast vergessenen Crime-Noir-Geheimtipp. Dazu gibt es Einblicke in Helges Arbeit als Illustrator, einen Abstecher zu den Erfurter Kinderbuchtagen und jede Menge gewohnt ungefilterte Abschweifungen.

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Shownotes

Nach einer ungeplanten Pause sitzen Helge und Daniel endlich wieder gemeinsam vor den Mikrofonen – und schon nach wenigen Minuten ist klar: Hunting Down Comics ist immer noch Hunting Down Comics. Bevor es um die eigentlichen Comics geht, landen die beiden bei der Frage, wie sich unser Lesen verändert hat. Daniel erzählt von Zebraland, der Schullektüre seines Sohnes, und gemeinsam sprechen sie darüber, warum Bücher und Comics heute mit TikTok, YouTube, Streaming und einem nahezu grenzenlosen Angebot an Unterhaltung konkurrieren müssen. Und irgendwann steht die durchaus ernst gemeinte Frage im Raum: Lesen wir Geschichten heute vielleicht anders, weil schon das nächste Medium auf uns wartet?

Comictechnisch wird es anschließend deutlich düsterer. Daniel hat mit In Your Skin einen ungewöhnlichen neuen Titel von Image Comics dabei. Was zunächst wie die Geschichte eines obsessiven Fans und einer berühmten Schauspielerin beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem verstörenden Mix aus Traum, Identitätsverlust und Body-Horror. Gerade weil nach der ersten Ausgabe längst nicht klar ist, wem man eigentlich trauen kann und was genau passiert ist, entfaltet der Comic seinen ganz eigenen Reiz. Helge und Daniel sprechen dabei nicht nur über die Geschichte, sondern auch über den wechselnden Zeichenstil, die auffälligen Cover und darüber, wie unterschiedlich man einen Comic beim ersten und zweiten Lesen wahrnimmt.

Helge bringt außerdem einen Blick hinter die Kulissen seiner eigenen Arbeit mit. Es geht um Jo & Yomoto, seine Tätigkeit als Illustrator und seinen Auftritt bei den Erfurter Kinderbuchtagen. Dabei wird ganz nebenbei deutlich, wie viel Arbeit eigentlich in Illustrationen steckt – und wie viele Details Künstler zeichnen, die Leser beim ersten Durchgang vielleicht nur für wenige Sekunden wahrnehmen.

Zum Abschluss wird es kriminalistisch: Daniel empfiehlt Stumptown von Greg Rucka und stellt Comic und TV-Adaption gegenüber. Im Mittelpunkt steht Dex Parios – chaotisch, kantig, verschuldet, ehemalige Soldatin und alles andere als eine klassische Ermittlerin. Die Comicvorlage punktet mit rauem Crime-Noir-Look und einer ungewöhnlichen Hauptfigur, während die Serie mit Cobie Smulders den Charakteren noch einmal eine ganz eigene Dynamik verleiht. Helge und Daniel diskutieren, was die Serie besser erzählen kann, wo der Comic seine Stärken ausspielt und warum es besonders schade ist, dass die TV-Version nach nur einer Staffel endete.

Eine Folge über Comics also – aber genauso über Lesen, Erinnerungen, Illustration, Serienadaptionen und die Frage, warum manche Geschichten länger bei uns bleiben als andere. Mit jeder Menge Abschweifungen, persönlichen Geschichten und der gewohnt lockeren Chemie zwischen Helge und Daniel.

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Jo & Jomoto
06.06.2026, 15:00 Uhr
Severikirche / Garten
Severihof 2
99084 Erfurt

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2 Kommentare

  1. Hallo Leute, Ich habe mal in Stumptown reingelesen. Ähnelt ein bisschen Kamela Krimm oder Maggy Garrison, wobei bei Stumptown nicht ganz soviel Humor mit drin ist. Die Zeichnungen, besonders die Landschaften in den warmen Gelb/Orange Tönen gefallen mir sehr gut.

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