Hunting Down Comics #138
Was wäre, wenn ihr all die Entscheidungen eures Lebens noch einmal anders treffen könntet? Helge und Daniel starten diesmal philosophisch – und landen wenig später bei Oz, KI-generierten Comic-Animationen, der Frage nach verlorener Langeweile und Helges großem Traum vom eigenen Creator-Owned-Comic. Dazu gibt es einen düsteren Crime-Tipp, überraschend viel Lego und natürlich den beinahe unvermeidlichen Abstecher zu Y: The Last Man.
Kapitelmarken
Ein Klick startet die Folge an der gewählten Stelle.
Shownotes
In dieser Ausgabe von Hunting Down Comics wird es persönlich, philosophisch und natürlich ziemlich comiclastig. Helge und Daniel beginnen zunächst mit Schnee, Joggingkilometern und der Frage, wie man überhaupt so viele Bücher lesen kann – bevor Daniel mit Die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig einen Roman mitbringt, dessen Grundidee sofort zum Weiterdenken einlädt.
Was wäre, wenn man all die Leben ausprobieren könnte, die man vielleicht gelebt hätte? Wenn eine einzige andere Entscheidung zu einer völlig anderen Zukunft geführt hätte? Ausgehend von Nora Seeds Reise durch ihre möglichen Leben sprechen Helge und Daniel über verpasste Chancen, Reue und darüber, ob das vermeintlich bessere Leben am Ende tatsächlich besser gewesen wäre.
Comictechnisch führt die Reise anschließend in eine sehr bekannte Welt: The Ultimate Oz Universe greift Motive aus Der Zauberer von Oz auf, baut sie aber zu einer moderneren, größeren und teilweise ziemlich ungewöhnlichen Fantasywelt aus. Daniel erzählt von neuen Figuren, alten Bekannten, modernisierten Versionen von Tin Man, Löwe und Vogelscheuche und einem Projekt, das weit mehr sein will als nur eine weitere Oz-Adaption.
Besonders spannend wird es, als Helge und Daniel über die zusätzlichen QR-Codes und Animationen des Comics sprechen. Denn einige davon wirken verdächtig nach KI-generierten Bildern. Ist das eine clevere Möglichkeit, einem Comic zusätzlichen Content zu spendieren – oder entwertet man damit ausgerechnet die Arbeit der Künstler, deren Zeichnungen eigentlich im Mittelpunkt stehen sollten? Daraus entwickelt sich eine Diskussion über KI, Kreativität, Bezahlung und darüber, was solche neuen Werkzeuge für Illustratoren und Comiczeichner bedeuten können.
Und dann wird abgeschweift – diesmal allerdings in eine Richtung, die erstaunlich gut zum Rest der Folge passt. Helge fragt Daniel, welche Dinge aus der eigenen Kindheit man gerne an die nächste Generation weitergeben würde. Warum lesen Kinder heute weniger? Warum verschwinden Actionfiguren irgendwann gegen Switch, Xbox, YouTube und TikTok? Und braucht Kreativität vielleicht genau das, was wir heute fast vollständig aus unserem Alltag verdrängt haben: Langeweile?
Aus Lego, Zeichnen und Kindheitserinnerungen entsteht schließlich eines der persönlichsten Themen der Folge. Helge erzählt von seinen eigenen Projekten und einer Frage, die ihn gerade ernsthaft beschäftigt: Soll aus seiner Geschichte ein Buch, ein Computerspiel oder vielleicht doch endlich wieder ein eigener Comic werden? Dabei geht es um Image Comics, Creator-Owned-Projekte, internationale Chancen und den Wunsch, einen Stoff zu schaffen, der einem wirklich selbst gehört.
Ganz nebenbei verrät Helge außerdem mehr über ein aktuelles Near-Future-Science-Fiction-Hörspiel, an dem er arbeitet, über ein bevorstehendes Pitch-Event in Malmö und über die Entwicklung eines eigenen Stoffes zur Animationsserie. Daniel versucht währenddessen herauszufinden, welche Form für Helges Ideen eigentlich die richtige wäre – und warum man manchmal vielleicht einfach anfangen muss, statt auf den perfekten Zeitpunkt zu warten.
Zum Abschluss wird es noch einmal deutlich düsterer. Daniel bringt einen neuen Crime-Comic von David und Maria Lapham mit: eine Kleinstadt, eine mächtige Familie, eine alte Brücke, ein grausamer Todesfall und ein Ermittler, der selbst immer tiefer in die Geschichte hineingezogen wird. Der raue, leicht ungeschliffene Zeichenstil führt schließlich zu einer schönen Erkenntnis der Folge: Eine Geschichte muss nicht perfekt poliert sein, um faszinierend zu sein. Manchmal sind es gerade die Ecken, Kanten und die spürbare Persönlichkeit dahinter, die sie besonders machen.
Und weil es Hunting Down Comics ist, darf am Ende natürlich auch Y: The Last Man nicht fehlen.
Eine Folge über Comics, Bücher und Kreativität – aber genauso über verpasste Chancen, eigene Träume, KI, Kindheit und die Frage, warum wir vielleicht wieder etwas mehr Mut zur Langeweile brauchen. Mit Helge und Daniel, vielen Abschweifungen und genau den Gesprächen, für die Hunting Down Comics steht.
Helges erstes Kinderbuch ist draußen! Amazon Partner Link
YouTube Hunting Down Comics #138
Auf Amazon kaufen, könnt ihr folgende Bücher:
Hurra, neue Folgen. Ich hab mir die 138 und 139 runtergeladen und auf meinem Weg zum Comic-Salon im Auto gehört. Bei sommerlichen Temperaturen. Und womit beginnt die Nummer 138? „Liegt bei euch auch noch Schnee?“ Gefolgt von Diskussionen über Schlittenfahren. Topaktuell 🙂
Bei Helge war die Folge schon länger online, ich war in einem kleinen Formtief 😉
Haha! Genial! 😀 Wie war denn der Comic-Salon? Man, ich war soooo lange nicht mehr da. So wie es aussieht, mache ich ja mal wieder ein Comic und das könnte dann pünktlich zum nächsten fertig sein!