Podcast Episode 134 28. November 2025 4 Kommentare

Hunting Down Comics #134

Daniel und Helge sprechen über Max und Moritz als frühen Comic-Vorläufer, ein missglücktes Tattoo und eine Einladung zum Comic-Festival nach Dänemark. Im Mittelpunkt stehen Elmer, Blink and You Will Miss It, Als die Zombies die Welt auffraßen und Benjamin – vier sehr unterschiedliche Geschichten über Identität, Zeit, Tod und überraschende Perspektiven.

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Shownotes

In dieser Ausgabe von Hunting Down Comics starten Daniel und Helge ungewöhnlich weit in der Vergangenheit. Über den Gedanken, wie viele Sommer ein Leben eigentlich hat, landen sie bei Wilhelm Busch und Max und Moritz – und bei der Frage, ob solche illustrierten Geschichten nicht längst eine frühe Form des Comics waren.

Bevor es richtig mit den Comics losgeht, gibt es noch zwei persönliche Abstecher: eine Tattoo-Geschichte aus Anfängerzeiten und eine schöne Nachricht rund um Alisik. Helge wurde zu einem Comic-Festival nach Dänemark eingeladen – viele Jahre nachdem die Reihe dort erschienen ist.

Der erste große Comic der Folge ist Elmer von Gerry Alanguilan. Die Prämisse klingt zunächst herrlich absurd: Hühner entwickeln plötzlich menschliches Bewusstsein, sprechen mit den Menschen und fordern Rechte ein. Daraus wird jedoch eine überraschend ernste und emotionale Geschichte über Diskriminierung, Gleichberechtigung, Familie, Gewalt und Verzeihen.

Mit Blink and You Will Miss It geht es danach in eine völlig andere Richtung. Eine Frau kehrt Jahrzehnte nach ihrem Verschwinden an einen vertrauten Ort zurück, während Zeit, Erinnerung und Realität zunehmend unsicher werden. Der Comic bewegt sich zwischen Mystery, Science-Fiction und Parallelwelt und lebt gerade davon, dass lange unklar bleibt, was eigentlich wirklich passiert.

Bei Als die Zombies die Welt auffraßen wird es deutlich schwarzhumoriger. In dieser Welt sind Zombies keine klassischen Monster, die einfach beseitigt werden dürfen, sondern Wesen mit Rechten, mit denen die Menschen irgendwie zusammenleben müssen. Aus dieser Idee entstehen bizarre Alltagssituationen, neue Berufe und sehr schwarzer Humor – mit deutlich mehr Satire als klassischem Zombie-Horror.

Daniels nächster Tipp ist Benjamin von Ben H. Winters und Leo Mac. Ein heruntergekommener Mann wacht in einem Motel auf und entdeckt langsam, dass er eigentlich ein längst verstorbener Science-Fiction-Autor ist. Als ihm klar wird, dass seine eigene Situation verdächtig an einen seiner Romane erinnert, entwickelt sich daraus eine ungewöhnliche Geschichte über Tod, Erinnerung und die Möglichkeit, in einer Welt aufzuwachen, die man selbst vielleicht schon einmal erfunden hat.

Zum Ende sprechen Daniel und Helge noch darüber, wie Geschichten überhaupt entstehen. Helge erzählt, warum Projekte, die einem wirklich auf der Seele brennen, oft stärker werden als Ideen, die nur aus einer Vorgabe heraus entwickelt werden. Dazu passt auch die Empfehlung Das Herz eines Boxers von Lutz Hübner – ein kurzes Theaterstück über die Begegnung eines Jugendlichen mit einem alten Mann, das Daniel überraschend stark gepackt hat.

Zum Abschluss geht es noch um Zombie-LARPs, Empfehlungen aus der Hörerschaft und die Frage, welche Comics am Ende des Jahres vielleicht in ein persönliches Best of 2025 gehören. Wie immer bleibt dabei genug Platz für Abschweifungen, neue Entdeckungen und Comics, auf die man sonst vielleicht nie gestoßen wäre.


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4 Kommentare

  1. Hi Leute!
    Das war jetzt der erste Review zu „Benjamin“ in dem nicht erwähnt wird, wer der Schriftsteller eigentlich ist (bzw. sein soll): Das ist nämlich Philip K. Dick, irgendwie. Der Bezug (und auch die Optik) ist da mehr als eindeutig. Aber auch schön zu sehen, dass man den Comic mögen kann, wenn man davon gar nichts weiss. (Und für die, die es verpasst haben: Im März gibt’s die drei Bände übrigens gesammelt im „regulären“ Hardcover im regulären Buchhandel.)
    Schöne Grüsse und macht weiter so!
    JC

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