CRFF224 – Chrononauts – Die Zeitreisenden

Chrononauts - Die ZeitreisendenBewertung 8 von 10

Mark Millar hat es wieder einmal geschafft, „Chrononauts – Die Zeitreisenden“ ist eine schnelle und actionreiche Geschichte die seines gleichen sucht. Dabei ist sie vielleicht nicht besonders originell, viele Parallelen sind zu finden von H. G. Wells „The Time Machine“ bis zu neueren Filmen wie Stargate oder Jurassic Park, die Anlehnungen sind zahlreich und doch versprüht dieses Buch seinen ganz eigen Charme. In nur vier Heften erzählt er einen wilden Ritt durch die Zeit, die den Leser ständig auf den Zehnspitzen hält und immer wieder überrascht und fasziniert. Millar nutzt das Genre Zeitreisen aus, dabei treffen Dinosaurier auf Düsenjets und man kann nicht anders als jauchzend umzublättern und sich am rasanten Tempo zu ergötzen. Das Buch strotz nur so von Zeitparadoxon, die mal angedeutet, mal erklärt, aber größtenteils auf die Schippe genommen werden. Die Protagonisten Corbin Quinn und Danny Reilly, sind die Ikonen der Wissenschaft, Vordenker, vergleichbar vielleicht mit Elon Musk. Sie sind Genies und vermutlich gerade deshalb etwas forsch und unbedacht, ganz im hier und jetzt, bzw. in diesem Fall, hier und überall verhaftet nur Ihre persönliche Lust im Fokus. Sie machen all das, was man als Zeitreisender vielleicht selbst im Auge hätte.
Ist die Geschichte selbst vielleicht nur gute, zufriedenstellen Kost, kann das Artwork des Eisner Award ausgezeichneten Sean Gordon Murphy wieder gänzlich überzeugen. Es ist seine ganz persönliche Note, der etwas raue Stil, der frei und wild wirkt, bei dem jedoch jeder Strich sitzt und eine Bedeutung hat. Seine Bilder stecken voller Details, das sich mal auf die Künstler bezieht, mal auf die Filmrechte am Buch selbst oder die Ambitionen im Hinblick auf die Krönung des Buches mit einem Eisner Award.
Auch der Kolorist Matt Hollingsworth soll nicht unerwähnt bleiben, er verleiht dem Buch den besonderen Ton, man fühlt sich in die Geschichte gesogen und verweilt vielleicht auch deshalb gerne mal etwas Länger auf der einen oder anderen Seite.
Wenn man Millar etwas vorwerfen kann, ist es vielleicht der Blick des Autor auf die Verfilmung seiner Werke schon während des Schreibens, dadurch werde die Bücher zwar zu gelungen Mini- Runs, aber es wird sich eben auch selten Zeit genommen Charaktere zu entwickeln. Selbst im Comic sind die harten Schnitte schon zu spüren, die Sprünge die den Leser an der einen oder anderen Stelle sicher etwas ratlos und fragend zurücklassen. Da wünscht man sich beim Lesen es wäre vielleicht nicht nur 4, sonder 6-8 Hefte, die Geschichte und das erzählerische Momentum hätten es jedenfalls hergegeben.
Ein kurzweiliger Spaß mit künstlerischen Highlights, bei dem man nichts falsch machen kann.

Viel Spaß beim Hören der Besprechung zu “Chrononauts – Die Zeitreisenden“.

2016 EISNER AWARD Winners, Best New Series:
The Fade Out, by Ed Brubaker and Sean Phillips (Image)

Chrononauts – Die Zeitreisenden
Autor: Mark Millar
Zeichner: Sean Gordon Murphy
Farben: Matt Hollingsworth
Softcover: 124 Seiten, farbig
Preis: 16,99 EUR
Verlag: Panini

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