CRFF162 – Ms. Marvel: Bd. 2: Generation Fragezeichen

CoverBewertung 8 von 10

Im zweiten Band von Ms. Marvel, der insgesamt eher als der zweite Akt anmutet, schließt G. Willow Wilson den Kreis und geht, zugunsten des Lesers, mehr auf das Weshalb und Warum ein. Habe ich im ersten Band mich noch etwas über den schnellen Rollentausch von Kamala Khan hin zu Ms. Marvel gewundert, wird dies nun erneut aufgegriffen und die Hintergründe etwas beleuchtet. Dabei spielt Wolverine und Medusa eine nicht unerhebliche Rolle und ganz nebenbei bekommt man Lust etwas mehr über die Inhumans zu erfahren, deren Königin Medusa ist. Insgesamt orientiert sich Wilson an Themen und Problemen „der Jugend von heute“, lässt dabei immer wieder kulturelle und religiöse Themen mit einfließen. Auch, wenn das eine oder andere Thema vielleicht etwas seicht anmuten mag, überrascht Wilson doch an mehr als einer Stelle und fordert den Leser auf mitzudenken oder sich eben ein eigenes Bild zu machen, wenn er etwas zwischen den Zeilen lesen mag. Die Story trägt auch sonst, mich erinnert der Schurke im Buch „The Inventor“ etwas an Daniel Düsentrieb (Gyro Gearloose) nur eben finster und nicht besonders freundlich, kommt er wie ein verrücktes Genie, mit einem Hang zum Sektenführer daher.
Einer der Sympathieträger in diesem Band ist sicher Lockjaw, dem bulligen Hund mit einer Antenne auf dem Kopf, den Mesuda, der der neuen Ms. Marvel zur Seite stellt.
Das Artwork in diesem Buch kommt diesmal von zwei Künstlern. Heft 6 und 7, also der Teil der Geschichte in dem Wolverine eine Rolle spielt, ist von Jacob Wyatt, dessen Stil in Ansätzen an den von David Aja (Hawkeye) erinnert, wenngleich er wesentlich gröber und schlichter wirkt. Von gewohnter Brillanz hingegen ist wieder Adrian Alphona, auch wenn manche ihn vielleicht als zu „süß“ bezeichnen, ist es ein sehr detaillierter Stil, der von seinem feinen und detaillierten Artwork, den dezenten Outlines und dem ungebundenem Strich lebt. Die Kolorierung ist nie glatt und stumpf, sondern lebt von einer Art Farbrauschen, was dem ganzen zusätzliche Dynamik und Lebendigkeit verleiht. Der zweite Teil des Buches, der von Ihm gezeichnet wurde, wirkt insgesamt viel überlegter und man spürt, wie dem Künstler die Figuren und das Buch selbst am Herzen liegen.
Auch der zweite Teil lohnt sich, bricht die üblichen hier und da langweiligen Marvel Muster auf und verleiht ihm eine neue Dimension, wenn auch nicht immer ganz frei von Klischees, so doch charmant und phasenweise geistreich.

Viel Spaß beim Hören der Besprechung zu Ms. Marvel: Bd. 2: Generation Fragezeichen.

Ms. Marvel: Bd. 2: Generation Fragezeichen
Autorin: G. Willow Wilson
Zeichner: Adrian Alphona #8 – #11; Jacob Wyatt #6 – #7
Softcover: 140 Seiten, farbig
Preis: 16,99 EUR
Verlag: Panini Comics

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Ms. Marvel: Bd. 1: Meta-Morphose Ms. Marvel: Bd. 2: Generation Fragezeichen

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5 Kommentare

  1. Crackajack Jackson

    Das Gespräch mit dem Rabbi fand ich auch sehr stark. Jeder meint, Kamala bekommt nun die Leviten gelesen und der Rabbi entpuppt sich als sehr weißer Mann, der ihr sogar in ihren Entscheidungen weiter hilft.

    • Daniel

      fragt sich nur wie nah dies an der Realität ist auch wenn ich glaube die meisten Religionen sind viel offener als eine Handvoll es vorgeben

  2. Crackajack Jackson

    Einer der Gründe warum ich Comics lese. Da bleibt das Real life außen vor.

  3. Crackajack Jackson

    Da die Autorin G. Willow Wilson selbst zum Islam konvertiert ist, ist es ihr bestimmt auch ein persönliches Anliegen diese Religion in ihren Comics nicht schlecht aussehen zu lassen.

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