CRFF116 – Screwed: Projekt Frankenstein

Screwed: Projekt FrankensteinBewertung 7 von 10

Der Name suggeriert es ja förmlich „Screwed: Projekt Frankenstein“ und kann nicht anders, als an unweigerlich an den Klassiker von Mary Shelley zu denken und, doch sollte sich dieses Buch mit dem großen Vorbild messen wollen, bleibt es weit hinter dessen Möglichkeiten zurück. Der Titel ist jedoch in doppelter Hinsicht gut gewählt, nicht nur spielt er auf das Erscheinungsbild unserer Hauptfigur an, nein er beschreibt auch deren derzeitige Lage.
Die Grundidee der Geschichte ist dabei keine schlechte, in dem auf 6 Heften angelegte Storybogen erzählt Tyler Kirkham und Keith Thomas, wobei man ersteren aus dem DC und Marvel Universum eher kennen könnte, dort aber vermutlich eher als Zeichner denn als Autor, die Geschichte von Anne Gallo, die wie eins Frankenstein mit einem ordentlichen Stromstoß zum Leben erweckt wird. Sie wacht in einer fremden Umgebung auf und sieht sich gleich einer Bedrohung ausgesetzt, denn man will ihr ans „Leben“. Unterstützung bekommt sie von einer nicht weniger attraktiven Polizeibeamtin, die selbst schon beinah Opfer eines Serienmörders wurde und sich nun doppelt verantwortlich und, wer hätte es geahnt, wohl auch etwas zu ihr hingezogen fühlt. Es entspinnt sich ein wildes Katz und Maus Spiel, im dem Anne Gallo die gejagte ist und doch nur erfahren will wer sie ist und warum sie das ist, was sie ist, ein weiblicher Frankenstein. Den eine ominöse Macht möchte sie zurück und das mit allen Mitteln. Dabei bewegt die Geschichte sich in klassischen Bahnen ohne große Überraschungen und Raum für neues. Am Ende gibt es eine kleine Überraschung, die zwar gleichfalls, betrachtet man die Klassiker der griechischen Mythologie, nicht wirklich neu sind, aber zumindest an dieser Stelle noch einmal die Spannung erhöht hat.
Das Artwork von David Miller, obgleich Tyler Kirkham eher für sein Artwork bekannt ist, ist leider aus meiner Sicht fast etwas zu einfach und konzentriert sich, im Schwerpunkt, eher auf die weiblichen Körper, knappe Bekleidung und üppige Oberweiten, die allen Naturgesetzen trotzen. Die Hauptdarstellerinnen bewegen sich in Kleidung, die immer etwas fehl am Platz wirken. Leider gibt es auch am restlichen Artwork hier und dass eine oder andere zu bemängeln. Da fragt man sich schon mal, wie bestimmte Posen der Figuren anatomisch überhaupt möglich sind und ob ein Teil der Gesichtsausdrücke nicht etwas an ausdruckstärke vermissen lassen. Sieht man jedoch über diese Einschränkungen hinweg oder stören diese einen nicht, hat man eine ziemlich Aktion reiche Geschichte, mit viel des besagten Splatter, Gore und Sex, wobei dieser sich eher auf die Darstellung der weibliche Anatomie beschränkt.
Als Fazit bleibt festzuhalten, wenn man auf seichten Horror, Splatter und knapp bekleidete Damen steht, ist man mit diesem Buch bestens bedient. Sucht man hingegen Tiefgang, wie er beim Original Klassiker Frankenstein zu finden ist oder etwas auch bei Jeff Lemires Frankenstein, wird man hier wohl nicht fündig. Die Geschichte läuft in allzu bekannten Bahnen und bleibt, trotz origineller Idee und Potential, hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ein eher seichter Horror Krimi in sechs (mit sex) Akten. …natürlich hat auch dieses Buch, wie jeder bessere Horrorfilm, eine Ende, welches einen zweiten Band ermöglichen könnte. …sex sells, na mal abwarten

Viel Spaß beim Hören der Besprechung zu „Screwed: Projekt Frankenstein“.

Screwed: Projekt Frankenstein
Autor: Tyler Kirkham & Keith Thomas
Zeichner: David Miller
Softcover: 160 Seiten, farbig
Preis: 16,99 EUR
Verlag: Panini

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Podcast Tipp:
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