CRFF109 – Parker: Das Syndikat

Parker: Das SyndikatBewertung 9 von 10
Diese Geschichte hat einen dicken roten Faden, möchte man doch Parker nach der letzten Aktion, siehe „The Hunter“, erstes Buch, aus dem Weg räumen. Gleichzeitig hat das Buch aber auch vier eigene Akte, die im Buch selbst auch in vier Kapitel unterteilt sind.In denen wird jeweils eine eigene Episode, Parker betreffend, erzählt. Das Buch wird nicht langweilig, ganz im Gegenteil, ließt es sich flüssig und enthält kaum große Untiefen. Man muss den ersten Teil auch nicht gelesen haben, es ist ein eigenständiges Buch, bietet aber alles denjenigen, die den ersten Teil gelesen haben Anknüpfungspunkte, ohne dieses jedoch übermäßiges Gewicht zu verleihen. Trotzdem sollte man jedoch darüber nachdenken, sollte man es nicht eh schon getan zu haben, mit dem ersten Teil anzufangen.
Zu Beginn des letzten Drittels im Buch gibt es Passage, die deutlich textlastiger ist als man dies in einer Graphic Novel erwartet und im ersten Moment mag dies auch etwas seltsam anmuten. Aber selbst dieser Text liest sich flüssig und schnell, gibt eben genau im richtigen Moment, das tiefere Verständnis für die Szene im Buch, die vermutlich nur schwer zeichnerisch umzusetzen gewesen wäre. Rückblickend betrachtet passt es also und ist zunächst nur etwas ungewöhnlich.
Das Artwork ist eine Liga für sich und Darwyn Cooke zieht hier alle Register, in meinen Augen hat es einen sehr analogen oder menschlichen Touch, wirkt nicht kühl und versetzt einen direkt in die 60 Jahre zurück. Dies ist eine große Stärke des Buches, man fühlt sich nicht fremd, sondern unmittelbar in diese Zeit versetzt und dabei achtet Cooke scheinbar auf alle kleinen Details was Architektur und Technik angeht, aber auch die Menschen selbst, was sie taten und wie sie ausgesehen haben, bevor sich das Bild der Frau durch Photoshop so drastisch geändert hat. Hier gibt es noch Frau und harte Kerle. Bei Parker könnte man glauben, er wäre einer aus dem Rat Pack, vom Empfinden nur etwas moderner vielleicht, eher wie George Clooney in Ocean’s Eleven. Dabei ist das Artwork selbst fast schlicht, wenige Farben bestimmen das Bild im Vordergrund steht Taubenblau, Schwarz und Weiß. Mehr bedarf es in der Tat auch nicht, um dieses gelungene und stimmig Bild zu zeichnen. Wenn es jemanden gibt der die 60er Stilecht einfangen kann, dann ist es Darwyn Cooke.
Im Podcast berichte ich davon das es zum Zeitpunkt der Aufnahme vier Bücher in dieser Reihe gibt, dies ist korrekt, aber am Ende des vierten Buches „Slayground“ gibt es den Hinweis „… more Parker coming in 2015“, man darf sich also auf mehr freuen, doch zunächst dürfen wir uns auf „The Score“ und „Slayground“ auf deutsch freuen, wobei die Titel sich vermutlich aufgrund der Übersetzung unterscheiden werden.
Die Ausgabe aus dem Haus Eichborn kommt in einer hochwertigen Aufmachung daher und das verwendete Papier ist genau richtig, kommt doch dadurch das Artwork noch besser zur Geltung und verleiht allem diesen gewisse Retro Chic. Eine klare Empfehlung für alle diejenigen, die die klassischen crime noir Geschichten mögen.

Parker: Das Syndikat
Autor & Zeichner: Darwyn Cooke
nach dem Roman „The Outfit“ von Richard Stark
Hardcover: 160 Seiten, 3 farbig
Preis: 19,99 EUR
Verlag: Eichborn

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Parker: The Hunter Parker: Das Syndikat

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