CRFF091 – Daredevil: Das Ende aller Tage

CoverBewertung 9 von 10

Dies ist, zumindest für mich, definitiv ein Buch mit dem man erst warm werden muss, aber bei dem sich dieser Schritt wirklich lohnt. Brian Michael Bendis bestimmt wie keiner anderen den Ton und das Bild von Marvel und auch wenn Daredevil nicht die schillerndste Figur ist, reizt sie mich vielleicht gerade aus diesem Grund immer wieder neu. Nicht unerwähnt soll natürlich auch der Mitautor David Mack bleiben, der zusammen mit Joe Quesada die Taube Marvel Comics Heldin Echo erschaffen hat, die auch in diesem Buch eine Rolle spielen wird. Dieses Buch ist die Sammlung der 8teiligen US Miniserie, die abgeschlossen, ist und dadurch gerade auch für Gelegenheitsleser besonders reizvoll ist. Hier kann jeder ohne große Vorkenntnisse den Einstieg finden, da jeder Charakter kurz eingeführt, aber auf eine Art und Weise, die sich in das Gesamtbild der Geschichte harmonisch einfügt ohne plump und obsolet zu wirken.

Die Geschichte überrascht schon am Anfang, den gleich zu beginnt wird Daredevil ermordet und das in einem Buch mit dem Titel „Daredevil: Das Ende aller Tage“, wer jetzt einer eher fade und langweilige Geschichte vermutet könnte falscher kaum liegen. Hauptfigur ist in diesem Buch ist zwar nicht Daredevil, sondern der Reporter Ben Urich, der für die New Yorker Zeitung „The Daily Bugle“ schreibt und recherchiert, quasi der Walter Cronkite des Marvel Universum, aber das auf eine spannende und zugleich sehr einfühlsame Weise. Gerade die inneren Monologe sind fesselnde und packende Gedanken. Bendis beschreibt eine ganz andere Seite von Daredevil und bringt Figuren ins Spiel, die man in der Form sicher nicht erwartet hätte. Es ist die Jagt nach der Bedeutung des Wortes „Mapone“ die spannender und vielschichtiger kaum sein könnte.

Beim ersten durchblättern gefiel mir dar Artwork gar nicht so sehr, wirkt es doch eher grob und unsauber. Ein gewaltiger Fehler, den mit jeder Seite tiefer in der Geschichte, spürt man wie genau das Artwork die eigentlich Geschichte begleitet und unterstreicht. Aber gerade auch der Kontrast zu den einzelnen Covern oder auch den Momenten im Buch, in denen unsere Helden eine ganze oder sogar eine Doppelseite einnimmt, unterstreicht die Fähigkeiten und zeigt zu was die Künstler fähig sind. Es ist gerade diese Kontrast von eher dunkel getuschten, fast groben Zeichnungen, zu Gemälde gleichen Cover, verschiedener Stilrichtungen, von modern und glatt, zu flamboyant und von unterschiedliche Kulturen geprägten Elementen, die beim Lesen und Betrachten dieses Buches so viel Freude macht. Die Zeichner Dan Jurgens, Bill Sienkiewicz und Alex Maleev vermögen auf ganzer Linie zu überzeugen. Man bekommt eine packende, fesselnde und düstere Grundstimmung präsentiert, die sehr gut mit der eigentlichen Geschichte harmoniert.

Im Faltcover sind vorn alles 8 Cover der Miniserie zu finden und etwas Bonusmaterial gibt es auch noch, ein Vorwort von Chrisitan Endres, sowie einer Variant Cover Galerie, Skizzen und Artwork. Insgesamt macht dieses Buch einen sehr guten Eindruck und ist auf keinen Fall zu teuer.

Viel Spaß beim Hören der Besprechung zu “Daredevil: Das Ende aller Tage“.

Daredevil: Das Ende aller Tage
Autor: Brian M. Bendis, David Mack
Zeichner: Dan Jurgens, Bill Sienkiewicz, Alex Maleev
Kolorierung: Matt Hollingsworth
Softcover: 208 Seiten, farbig
Preis: 19,99 EUR
Verlag: Panini Comics

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Daredevil: Das Ende aller Tage Words for Pictures: The Art and Business of Writing Comics and Graphic Novels

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